08.12.2016 - 11:06

Nachruf Leonhard Möller


Leonhard Möller zum Gedenken


Im Alter von 88 Jahren starb am 7. April 2016 unser Süderbraruper Vertrauensmann Leonhard Möller.

Das große Gefolge in der Jacobi-Kirche spiegelte sein reiches Leben wider. Als Bauernsohn am 10. Dezember 1927 in Süderbrarup geboren, blieb er seiner Heimat treu. Mit 17 Jahren wurde er im November 1944 zur Wehrmacht eingezogen, kam nach drei Jahren Gefangenschaft im Mai 1948 nach Hause. Er bildete sich für die Landwirtschaft aus. 1949 lernte er auf dem „Frohsinn-Ball“ Lieselotte Jacobsen kennen. 1951 wurde geheiratet. Dem Ehepaar wurden zwei Töchter geschenkt: Inge Weiß und Antje Dank. Eine besondere Freude waren für ihn die zwei Enkelkinder Lennard und Christina Dank. 1958 entschloss er sich zur Luftwaffe zu gehen. Damit waren Versetzungen und Umzüge verbunden. 1978 wurde Leonhard Möller Mitglied im Heimatverein der Landschaft Angeln, 1992 überbrachte Johannes Nothhorn ihm die Unterlagen der Kirchspielgruppe und meinte, er solle die Nachfolge als Vertrauensmann antreten, was er gerne annahm. Damals gab es hier 150 Mitglieder. Leonhard Möller schaffte in sieben Jahren eine stolze Verdopplung auf 300 Mitglieder, ein enormer Einsatz, der zeigte, wie sehr er sich mit dem Heimatverein identifizierte. Ab 2005 übernahm er die Sprechstunden in unserer Süderbraruper Geschäftsstelle von Hartwig Martensen. Am 13. Mai 2001 konnte ich ihm die Ehrennadel des Heimatvereins verleihen und am 3. Juni 2007 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Seine Verdienste um den Heimatverein waren weit über-durchschnittlich. Leonhard Möller war aber auch Archivar und Chronist seiner Gemeinde, dieses zusammen mit Helmut Marxen (Chroniken von 1981 und 2006). Er stellt fünf „Historische Kalender für Süderbrarup“ zusammen, den für 2017 hatte er noch auf den Weg gebracht. Seine unermüdliche Schaffenskraft zeigt sich auch in der Familienforschung.

Bei der eigenen Familie angefangen hat er von 1976 bis 2005 15.000 Personen erfasst. So landeten auch bei ihm Anfragen von Auswandererfamilien aus den USA, die er bediente und woraus freundschaftliche Kontakte entstanden. Neben Beiträgen für den

Amtskurier und den Jacobi-Boten ist die große Reihe von wertvollen Veröffentlichungen in unserem Jahrbuch bemerkenswert: Von 1997 bis 2015 lieferte er fast lückenlos jedes Jahr einen Aufsatz. Die waren gründlich recherchiert und behandelten Themen vom „Dritten Reich“ über Auswandererfamilien bis zur Chormusik.

Leonhard und Lieselotte Möller standen beide im öffentlichen Leben. Frau Möller hat Jahrzehnte für das Rote Kreuz, auch als Ortsvorsitzende, gearbeitet. Die ehrenamtliche Arbeit war ihr beider Leben. Leonhard Möller war ein verdienstvoller Sohn seiner Heimat Angeln. Der Heimatverein gedenkt seiner in Dankbarkeit.


Hans-Otto Tiedemann

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