Arbeitsgemeinschaft für Botanik

AG-Leiter: Gerhard Rossen, Flarupgaard, 24392 Saustrup, Tel. + Fax 04641-2793

Veranstaltungen siehe unter Termine!


Jahresbericht 2016

Die Knicks in Angeln – ein bedeutender Lebensraum.


Vor ungefähr 200 Jahren wurden sie angelegt aufgrund des „Verkoppelungsgesetzes von 1766–1771“, unsere Knicks in Angeln. Grund dafür war es, das Eigentum abzugrenzen und Weide- und Ackerflächen zu trennen. Nur Pferdegespanne und menschliche Arbeitskraft mit Schaufel und Spaten waren für das Errichten der Knicks vor-handen – in heutigerZeit kaum vorstellbar.

Nach Möglichkeit wurden die Knicks in Ost-West-Richtung und

Nord-Süd-Richtung angelegt und schützten das dahinter liegende Land vor Austrocknung und boten dem Vieh Schutz vor Wind und Wetter. Das „Auf den Stock setzen“ (Abholzen) des Knicks, welches ca. alle 10 Jahre erfolgte, ergab wertvolles Brennholz zum Heizen und Kochen. An den ökologischen Effekt, der dem Knick in unserer jetzigen Kulturlandschaft beigemessen wird, hat bei Anlage vor ca. 200 Jahren sicherlich keiner unserer Vorfahren gedacht. Außerdem hat man ein einmaliges landschaftsprägendes Element für unsere Landschaft Angeln geschaffen, das seinesgleichen sucht! Eine derartige Artenvielfalt von Flora und Fauna findet man höchsten noch an intakten Waldrändern. Auf engstem Raum sind in und am Knick Bäume, Sträucher, und Blütenpflanzen, Farne und Gräser vereint und bieten dem Naturfreund vielfältige Beobachtungsmöglichkeiten zu jeder Jahreszeit. Im zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb bringt nach dem Winter der Schwarzdorn mit seiner

schneeweißen Blütenpracht als erster Abwechslung in unser Landschaftsbild. Buschwindröschen und Goldstern

nutzen jetzt noch schnell das einfallende Licht um zu blühen, um Nährstoffe zu sammeln, ehe Bäume und Sträucher den Knickfuß beschatten. Auch die Rote Lichtnelke zeigt jetzt ihre ersten roten hübschen Blüten. Etwas später dann beherrscht ein frisches Grün das Bild. Vogelkirsche, Traubenkirsche und Eberesche blühen und der Weißdorn mit seinen duftenden Blüten zeigt jetzt ein abwechslungsreiches Bild.

Der große Insektenbestand im und am Knick bietet der hier lebenden Vogelwelt, wie Goldammer, Mönch-, Dorn- und Zaungrasmücke, Gelb-spötter, Zaunkönig, Amsel- und Singdrossel sowie dem Neuntöter hier die Möglichkeit, ihre Brut aufzuziehen. Auch für Igel, Spitzmaus, Hermelin und Mauswiesel, Waldeidechse, Grasfrosch und Erdkröte und die ver-schiedenen Mäusearten ist der Tisch reich gedeckt. Im Spätsommer und Herbst dann die verschiedenen Früchte an Büschen und Bäumen im Knick, Brombeere, Eberesche, Weißdorn, Haselnüsse, Eicheln von den Über-hältereichen, Schlehen und Schneeballbeeren, Holunder und Bucheckern bieten den bei uns überwinternden Vögeln und Tieren bis ins nächste Frühjahr Nahrung zum Überleben. Der Knick im Herbstlaub bei Sonnenschein – ein einmaliger Anblick diese Farbenpracht, aber auch im Winter bei Schnee oder Rauhreif ein einmaliges Bild, welches unsere Landschaft Angeln uns bietet. Damit dieses einmalige Kulturgut „Knicks in Angeln“ nicht ver-loren geht, hätten die Eigentümer der Knicks, unsere Bauern, mehr Unterstützung durch Politik und Naturschutz verdient.


Gerhard Rossen


AG Botanik

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