Jahresbericht 2016

Die Liste der Plattdeutsch-AGMitglieder verzeichnet 11 neue Mitglieder und hat aktuell einen Stand von 135. Es

ist beabsichtigt, jetzt ca. 10 Mitglieder aus der Liste zu streichen, die sich in den letzten 3 Jahren nicht mehr beteiligt bzw. auf Einladungen nicht reagiert haben.


Am Sonntag, den 18.10.2015 fand ein plattdeutscher Gottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche zu Kappeln statt. Die Einladung ging nicht nur an die Platt-AG sondern an alle Mitglieder des Heimatvereins der Landschaft Angeln. Den eindrucksvollen Gottesdienst hielt Frau Pastorin Gönna Hartmann-Petersen. Es war gleichzeitig ein Gottesdienst für die Kirchengemeinde, so dass die Kirche sehr gut besucht war. Anschließend gab es wiederum ein Mittagessen mit Grünkohl aus Ahneby und Gedankenaustausch in der Festscheune auf Wittkielhof mit 118 Teilnehmern. Das Ambiente war sehr feierlich gestaltet und wieder organisatorisch optimal von Familie Nissen vorbereitet.


In der bereits im April 2015 gestarteten Kursreihe „Plattdüütsch Lesen un Schrieven“ im Bürgerhaus Sörup mit Annemarie Jensen hat es im Herbst und Winter eine Fortsetzung gegeben; insgesamt fanden 5 Kursabende statt. Anfangs lag das Schwergewicht auf Schreibregeln nach „Sass“ mit Beispielen und Textübungen, im weiteren Verlauf standen dann Leseübungen (Literatur und Zeitungsartikel) im Programm. Der Lernfortschritt und die Freude der Teilnehmer am Mitmachen waren beachtlich. Die Teilnehmerzahl lag jeweils zwischen 8 und 12

Personen.


Am 02.03.2016 traf sich die Plattdeutsch-AG um 11.00 Uhr im Gasthaus Ruhekrug bei Schleswig zu einem Frühjahrs-Treffen mit 87 Teilnehmern. Peter Thomsen aus Erfde berichtete über seine Reise „Op de sinnige Tour dörch Europa“ mit seinem Allgaier-Traktor und Wohnwagen. Den Vortrag untermalte er mit beeindruckenden Lichtbildern. Seine Reise führte ihn über 5.000 km in 12 Wochen durch Mecklenburg, Polen, Slowakai, Österreich, Schwarzwald, Nordfrankreich, Ardennen, Aachen, Niederlande und Geesthacht. Er besuchte historische Stätten aus dem 2. Weltkrieg, hatte dabei sehr viele gute Kontakte mit den Einheimischen und wurde

jeweils sehr herzlich aufgenommen. Unter dem Strich betrachtete er seine Reise als eine kleine Arbeit für den Frieden in Europa. Durch die angenehme Art des Vortrags – selvstverständlich allens op Platt – waren die Teilnehmer ermuntert, Fragen zu stellen und mit Peter Thomsen ins Gespräch zu kommen. In der Mittagspause gab es Burgunderbraten und leckeren Nachtisch. Gegen 14.30 Uhr schloss der Nachmittag mit einem Bericht des AG-Leiters über die Arbeit der Plattdeutsch-AG und die weiteren Planungen.


Mit einer Halbtages-Busreise ging es am 17.05.2016 auf eine „Plattdüütsch- Utfohrt“ nach Nortorf, um einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Nortorf gilt als Stadt der Schallplatte, in der einst die Firma „TELDEC“ ihren Sitz hatte. Telefunken, Decca und später Teldec kannte man früher in jedem Haushalt. Heute werden dort keine Schallplatten mehr hergestellt, aber es gibt im Museum Nortorf eine Ausstellung, in der Teldec und die Musikindustrie weiterleben. Die interessante Führung durch das Museum brachte uns greifbar nahe, wie Schallplatten hergestellt wurden und welche Vielfalt an Abspielgeräten es gab – die meisten noch betriebsbereit und natürlich auch hörbar. Eine riesengroße Auswahl an alten Schallplatten riefen Erinnerungen wach und ließen

Augen leuchten. Einige der Teilnehmer hatten ausgediente Schallplatten mitgebracht und spendeten sie dem

Museum. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die im Wechsel die beiden Museumsabteilungen

erlebten. Während eine Gruppe von Mitgliedern des ‚Fördervereins Museum Nortorf‘ durch die Teldec-Ausstellung geführt wurde, folgte die andere Gruppe dem Apotheker im Ruhestand Dr. Blitz in einer platt-deutschen Führung durch die Königlich Privilegierte Nortorfer Apotheke. Medizinherstellung damals, pharmazeutische Gerätschaften und Schriftgut, Standgefäße sowie historische Apothekeneinrichtungen wurden erläutert und konnten angefasst werden. Ein Überblick über die Entwicklung der Apotheken und der Medizin rundeten den Vortrag ab. Ein kleiner Spaziergang durch die Ortsmitte um die Kirche herum zum‚Alten Landkrug‘ bot Gelegenheit zu Gesprächen in kleinen Gruppen über das Museumserlebnis und machte Appetit auf Kaffee und Kuchen. Lutz Bertram vom Förderverein Museum Nortorf und seine Museumsbetreuer begleiteten uns auch durch

diesen Teil des Nachmittags und zeigten einen historischen Film aus dem Jahre 1960 über den damaligen

Produktionsablauf der Schallplatten bei Teldec. Das Interesse und der Gesprächsbedarf der Teilnehmer waren groß, das zeigten die vielen Fragen und Wortbeiträge. Lutz Bertram war von unserer Plattdeutsch- AG begeistert.

Dann gab es noch einen Überraschungspunkt: wir besuchten den Geographischen Mittelpunkt Schleswig-

Holsteins – er liegt im Ortsteil Thienbüttel der Stadt Nortorf. Der Bus hielt an der Straße nach Brammer rd. einen Kilometer hinter dem Ortsschild Nortorf, und ein kurzer Fußweg führte uns zu einem im Jahre 2001 ein-gerichteten Gedenkplatz. Ein Mühlstein mit der Aufschrift ‚Nortorf – die Mitte Schleswig-Holsteins‘ und die Angabe der Koordinaten sowie zwei Wappensteine kennzeichnen den genauen Punkt. Für die Rückreise im Neubauer- Bus gab es genügend Gesprächsstoff. Leider waren nur 31 Platt-AG-Mitglieder der Einladung gefolgt, so dass die Reise-Abrechnung mit einer Unterdeckung abschloss. Der fehlende Betrag von 102,68 € konnte aus einer Spende gedeckt werden.


Auf den Internetseiten der Plattdeutsch- AG in der Homepage des Heimatvereins Angeln gab es in diesem Jahr keine grundlegend neuen Inhalte, jedoch regelmäßig aktuelle Hinweise auf Termine und Veranstaltungen sowie ein paar neue Bilder.


Erich Petersen

Arbeitsgemeinschaft für Plattdeutsch

AG-Leiter: Erich Petersen, Ebenezer-Howard-Allee 8e, 24941 Flensburg, Tel.: 0461 / 50548462

Veranstaltungen siehe unter Termine!

Fotos von den Aktivitäten dieser AG finden Sie in der Galerie


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